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Yaesu FT-817: Praxistipps


Der Yaesu FT-817 ist ein extrem kompaktes Amateurfunkgerät, mit dem man fast alles machen kann – sofern man mit der geringen Sendeleistung (5 Watt) und den systembedingt begrenzten Empfängerleistungen zurecht kommt. Nur wer extreme Betriebsarten in extremen Frequenzbereichen betreiben will, kann mit dem FT-817 nichts anfangen. Aber von 160 m bis 70 cm, CW, SSB, FM oder digitale Betriebsarten - was will man im Urlaub mehr? Lange betrieb ich ihn auch als Basis meiner Mobilstation, zuammen mit einer VHF/UHF-Endstufe. Erst das Bedürfnis, im Auto auch etwas auf Kurzwelle zu tun, ließ mich über einen FT-857 nachdenken.

Diese Seite fasst diverse kleine Beobachtungen zuammen, die ich im Lauf der Zeit mit dem FT-817 sammelte.

Stecker für den Yaesu FT-817

Der Yaesu FT-817 ist ein extrem kompaktes Gerät. Auch die Anschlüsse mussten miniaturisiert werden und abgesehen von der "Saftstrippe" liegen dem Gerät keine Anschlusskabel bei. Zudem ist es nicht jedermanns Sache, an diesem Fitzelkram rumzulöten. Wie kommt man trotzdem zu seinen Anschlussstrippen?

FT-817 Rückseite

Erst einmal die gute Nachricht: Yaesu verzichtete darauf, sich eigene Steckertypen einfallen zu lassen. Die benötigten Stecker sind entweder 3,5-mm-Klinkenstecker oder Mini-DIN-Stecker. Die sind alle handelsüblich.

Die Klinkenstecker

Alle Klinikenstecker sind dreipolig ("Stereo"), auch der Lautsprecher-/Kopfhörer- Anschluss. Man kann also problemlos einen Walkman-Kopfhörer verwenden. Problematisch sind diese Anschlüsse eher unter mechanischen Gesichtspunkten, speziell bei selbst gelöteten Steckern. Meine bislang überzeugenste Lösung sind Leitungen, wie sie MP3-Playern oder ähnlichen Geräten zum Anschluss an die Stereo-Anlage beiliegen. Die Chinch-Stecker am anderen Ende sind problemlos: Loch ins Gehäuse, Buchse reinschrauben.

Stromversorgung

Der 12-V-Anschluss des FT-817 ist vergleichsweise klein. Laut DB3OM soll Conrad Bestellnummer 730343 – 62 (anderes Ende mit Kabelschuhen) passen – kein Wunder, ist schließlich ein ganzer Satz von Steckern.

Der Analoganschluss

Mini-DIN-Einbaubuchse

Als überraschend problemlos erwies sich der Anschluss der Analogsignale. Yaesu hat hier eine 6polige Mini-DIN-Buchse eingebaut – genau das Ding, das lange Jahre in jedem PC als PS/2-Tastatur- und Mausanschluss verwendet wurde. Eines funktioniert allerdings oft nicht: Wer sich im nächsten Computerladen eine solche Buchse in einem Slotblech zulegt, bekommt meist nur einen vierpoligen Anschluss – mehr braucht eine Tastatur eben nicht. Passende Buchsen, bereits mit 10 cm langen Anschlussdrähten, gibt es. z.B. bei Conrad.

Das Anschlusskabel selber bekommt man problemlos im PC-Laden als Verbindungskabel zwischen Rechner und Tastatur/Bildschirmumschalter. Man muss nur darauf achten, dass dieses Kabel sowohl für Tastatur als auch Maus geeignet ist. Nur dann ist es voll belegt, s.o.

Die Morsetaste

Die eingebaute Tastenelektronik ist wohl ziemlich für die Katz', weil der Geschwindigkeitssteller fehlt. OK, man kann die Gebegeschwindigkeit natürlich einstellen. Diese Möglichkeit ist bei mir aber spätestens deshalb gestorben, weil die Filterumschaltung und die Geschwindigkeitseinstellung in weit voneinander entfernten Menüs stecken. Also braucht man ein Kabel von 3,5 mm Klinkenstecker auf das, was die Tastenelektronik bietet.

Die CAT-Schnittstelle

Original-CAT-Leitung

Die einfachste Lösung ist hier natürlich das reichlich teuere Original-Zubehör. Es gibt aber einige Gründe, weshalb man hier selber Hand anlegen wollen könnte:

  • EMV-Maßnahmen wie galvanische Trennung
  • Zugang zum Stromversorgungsausgang

Warum soll man etwa der Tastenelektronik und der automatischen Matchbox jeweils einen eigenen Akku verpassen? Es bietet sich an, alle Eigenbau-Zusätze in ein gemeinsames Gehäuse einzubauen und vom FT-817 aus zu versorgen. Die benötigte Elektronik beschreibt die schon o.g. Website. Achtung, der FT-817 schaltet diesen Spannungsausgang nicht ab. Man sollte also einen eigenen Hauptschalter vorsehen.

Passende 8-polige Mini-DIN-Stecker und -Buchsen gibt es im Handel, z.B. bei Conrad. Allerdings fand ich noch keine Quelle für fertige Kabel.

Yaesu FT-817: Stromversorgung

Im Auslieferungszustand ist das Gerät für zwei Alternativen ausgelegt: Primärzellen im Mignon-Format (AA) oder externe 13,8 V. Beide Möglichkeiten können nicht überzeugen, denn der Betrieb mit normalen Alkali-Mangan-Zellen ist extrem teuer und wer kauft sich schon ein extrem kleines Gerät, um dann zusätzlich einen dicken Akku rumzuschleppen?

Deshalb ist es kein Wunder, daß überall die Modifikation mit dem grünen Draht kolportiert wird. Dieser Draht ist am Batteriekasten in der Mitte angeschlossen, d.h. er liefert nominell 6 V. Damit wird ein NPN-Transistor gegen Masse mit Basisstrom versorgt, dessen Kollektor dann einen Logikeingang des Prozessors nach Masse zieht. Daran erkennt der Prozessor, daß er die Batterien nicht laden darf.

Akkus im normalen Batteriekasten

Unterbricht man diesen grünen Draht am Batteriekasten, so lädt der FT-817 Akkus auch im ursprünglichen Batteriekasten. Logisch, daß man dann keine Primärzellen mehr einsetzen darf, wenn man die externe Stromversorgung benutzt! In diversen Websites ist die Rede von scharfen Graten am Batteriekasten. Abgesehen von ein paar Spitzen im Kunststoff des Batteriekastens konnte ich nichts finden. Mag sein, daß der Hersteller hier mittlerweile nachgebessert hat.

Eine andere Frage ist die Ladeeinrichtung des Gerätes: Der Prozessor schaltet zwei Stromquellen ein und aus. Für eine einstellbare Zeit (max. 10 h) wird der Akku mit etwa 180 mA geladen, anschließend liefert die zweite Stromquelle einen deutlich geringeren Strom zur Ladungserhaltung. Diese Lösung ist sicher unbefriedigend, denn weder nimmt sie Rücksicht auf teilentladene Akkus noch kann sie heute übliche Akkus mit 2 Ah Kapazität und mehr vollständig laden. Spezielle Lösungen, wie ein Batteriekasten mit eigenem Ladeanschluß, haben also durchaus ihre Berechtigung.

Die wohl unbefriedigenste Akku-Lösung ist das Original von Yaesu: Der Preis ist zu hoch, die Kapazität zu gering und ein Tausch der Zellen nach den üblichen drei Jahren Lebensdauer problematisch.

Ein Tipp, den mir Ende 2014 ein Leser dieser Seite gab: Einen passenden Buchsenleiste im 1,27-mm-Raster für den Batteriekasten gibt es unter der Bestellnummer 719436 bei Conrad.

Mindestens 13,2 V zum Laden!

Wenn Sie die interne Ladeeinrichtung nutzen wollen, brauchen Sie ein Netzteil mit mindestens 13,2 V Ausgangsspannung – 12 V reichen nicht. Der Grund ist einfach: Akkus mit 1,2 V Nennspannung haben eine Ladeschußspannung von etwa 1,5 V. Macht bei 8 Akkus 12 V – wovon soll da die Stromquelle leben?

Ein deutscher Händler des FT-817 verschreckt die Nutzer des Gerätes mit der Aussage, bei 13,8 V werde das Gerät überlastet und die Endstufe gehe damit kaputt. Das Problem ergibt sich wohl eher auf der anderen Seite: Wenn man Batterien im Gerät lässt, werden die langsam entladen – der FT-817 hat einen ähnlichen Stand-By-Hauptschalter wie jeder moderne PC. Anscheinend durchläuft die Batteriespannung dann sehr langsam einen Spannungsbereich, in dem eine Senderstufe gerne instabil wird. Ich hatte jedenfalls nie Probleme, wenn ich den FT-817 am Bordnetz im Auto betrieb.

Tatsache ist aber, dass die PA mit einem Frequenzbereich von 1:250 ein recht empfindliches Stück Ingenieurkunst ist. Mein Sender gab vor ein paar Jahren genau in dem Augenblick den Geist auf, als ich im Urlaub meiner Antennenanlage den letzten Schliff gab.

Akku vereinfacht die Stromversorgung

Die meisten Geräte schalten ihre interne Batterie ab, sobald ein Netzteil eingesteckt wird. Der FT-817 macht das anders. Das erleichtert unter mehreren Aspekten die Stromversorgung.

Der FT-817 nimmt beim Senden bis zu 3 A auf. Das bedeutet, daß das Netzteil bald so groß sein muß wie der Sende-Empfänger. Die starke, schnelle Schwankung der Stromaufnahme stellt zudem einige Anforderungen an die Regelung des Netzteils, speziell bei Schaltnetzteilen. Meine Erfahrungen zeigen, daß der Akku im Gerät hier helfen kann:

  • Die Ladeeinrichtung nimmt einen konstanten Strom auf. Dadurch reduziert sich die prozentuale Schwankung der Stromaufnahme und somit die Anforderungen an die Netzteilregelung.
  • Offensichtlich steckt der FT-817 Schwankungen der Betriebsspannung recht gut weg, so lange seine Betriebsspannung nicht wesentlich unter 10 V sinkt. Damit kann der Akku die Stromspitzen liefern, wenn das Netzteil nicht mehr mitkommt. Bei meinen Mithörversuchen mit einem zweiten Empfänger konnte ich in CW keine Tonschwankungen feststellen, wenn ich ein 2 A-Schaltnetzteil einsetzte. Bis zu dieser Größe gibt es Steckernetzteile. Warnung: Das funktioniert natürlich nur dann, wenn das Netzteil diese kurzfristigen Überlastungen aushält – etwa durch eine Strombegrenzung.

Etwas Nachdenken führt zur Erkenntnis, daß ein batteriebetriebenes Gerät so ein Verhalten haben muß: Bei 2,5 A Stromentnahme (Batteriebetrieb, 2,5 W Sendeleistung) muß das Gerät auch noch mit 1 V Zellenspannung ein erträgliches Signal in die Luft bringen, sonst kann es die Batterien nicht annähernd leernuckeln.

Yaesu FT-817: Eine Transporttasche

Transporttasche für FT-817

Was nutzt ein Portabelgerät, wenn es sich schlecht transportieren lässt? Die FT-817-Gemeinde hat sich da mittlerweile einiges einfallen lassen, vom Gürtel mit riesigen Taschen im Stil "WorldPouch" bis zum Portabelkoffer, wie er auch schon mehrfach auf anderen Websites beschrieben wurde.

Wenn es nur darum geht, den FT-817 samt Netzteil und Gummiwendel zu transportieren, geht das auch viel einfacher und billiger: Als Computer-Zubehör gibt es Tragetaschen für externe 3,5-Zoll-Festplatten samt Netzteil, typisch für vielleicht 5 EUR. Da bekommt man auch einen FT-817 rein.

Der Empfänger des FT-817

Der FT-817 ist ein sehr kompaktes Gerät für netzunabhängigen Betrieb. Damit ist klar, dass man nur begrenzte Empfängereigenschaften erwarten darf. Weder ist Platz da für aufwändige Bandfilter, noch darf die Eingangsstufe viel Strom verbrauchen. Konkrete Messwerte haben schon berufenere OMs als ich geliefert. Hinweisen möchte ich nur auf zwei Erfahrungswerte:

  • Auch an Behelfsantennen, wie man sie schnell mal im Urlaub aufbaut, kann man Großsignalprobleme bekommen. Mit IPO kann man erst mal den Vorverstärker abschalten und mit ATT einen Abschwächer einschalten. Für den Urlaub sollte das reichen.
  • Mit dem optionalen CW-Filter merkt man auf einem ruhigen Band, dass die Entwickler das Problem durchaus kannten und deshalb die Verstärkung vor dem ZF-Filter sehr niedrig hielten. Das führt dazu, dass man den ZF-Zug recht vernehmlich und breitbandig vor sich hin rauschen hören kann. Mit einem FFT-Programm kann man recht schön sehen, dass das schmalbandige Nutzsignal auf einem recht breiten Rauschsockel steht.

Verweise

QRP-Homepage von DM2CDB
Gerd beschäftigte sich auch intensiv mit der Stromversorgung des FT-817.
TOP
Alexander von Obert * http://www.dl4no.de/thema/yaesuft-.htm
Letzte Änderung: 29.12.14 (redaktionell leicht bearbeitet)


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